Die verlorene Schwester

Autorin: Linda Winterberg
Rezensionsexemplar freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Aufbau Verlag

Worum’s geht:

Anna kriegt zufällig ein Dokument in die Hand, bei dem es sich beim genaueren Hinsehen um ihre Geburtsurkunde handelt – doch nicht auf ihren Namen lautend. Ihr ganzes Leben gerät in Unordnung, als ihr dämmert, dass sie adoptiert ist, dass ihre vermeintlichen Eltern gar nicht ihre leiblichen Eltern sind. Sie macht sich auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter und stößt dabei auf ein dunkles Kapitel in der Schweizer Geschichte: Die Verdingkinder.

Rezension:

Bei dem Buch „Die verlorene Schwester“ von Linda Winterberg handelt es sich um ein Stück meisterlich aufgearbeiteter Schweizer Geschichte. Die Verdingkinder sind ein Phänomen, das lange totgeschwiegen wurde und nun in Theaterstücken, Filmen und wie hier in Romanen endlich aufgearbeitet wurde. Kurz zur Erklärung für Nicht-Schweizer: Kinder wurden ihren leiblichen Eltern genommen, weil die aus diversen Gründen nicht für sie sorgen konnten und kamen in Pflegefamilien, wo sie gegen Kost und Logis hart arbeiten mussten, oftmals misshandelt, vergewaltigt und zu Tode geknechtet wurden. Die Geschichte „Die verlorene Schwester“ ist die Geschichte von Marie und Lena, zwei Schwestern, die in ihrer Kindheit voneinander getrennt wurden, als Verdingkinder aufwuchsen und Zeit ihres Lebens darunter litten, dass sie voneinander getrennt wurden und es ist die Geschichte von Anna alias Regula, die zu sich selbst findet, indem sie ihre Mutter findet. Linda Winterberg erzählt mitreißend und doch mit einer gewissen literarischen Distanz. Ihr Stil ist beinahe sachlich und trotzdem verschafft sie uns Einblicke in die Gedanken ihrer Protagonisten, die – so schrecklich ihr Schicksal auch ist – immer an ihren Hoffnungen festhalten.

Voraussetzung für einen uneingeschränkten Lesegenuss ist wie bei vielen solcher Familiengeschichten, dass man das Buch ohne Unterbrechung lesen kann, denn die Erzählperspektive wechselt von Anna auf Marie, dann wieder auf Lena und eine kleine Lesepause ist bei so einer Geschichte immer fatal.

Fazit:

Ein mitreißender Roman, der es verdient, viele Leserinnen zu finden und ein Stück Schweizer Geschichte, das es verdient, literarisch aufgearbeitet zu werden.

Buchinformation:

  • Taschenbuch: 448 Seiten
  • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1. (9. November 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3746634520
  • ISBN-13: 978-3746634524
  • Größe und/oder Gewicht: 13,3 x 3,4 x 20,5 cm

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