Heidelbeerfrau

Autorin: Marion Bischoff
Verlag: Rhein-Mosel-Verlag

Worum geht’s?

„Heidelbeerfrau“ ist ein historischer Roman, der in Deutschland in der Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkriegs spielt, in einem Sommer der schlechten Ernten, der Angst vor den Besatzern. Es ist die Geschichte von Elise, die vor kurzem ein uneheliches Kind zur Welt gebracht hat. Der Vater: ein Deserteur, der verraten wurde und irgendwo in einem Gefangenenlager schmachtet. Um ihren Bruder Hans, dessen einen Freund von zurückgelassener Munition getötet wird.

Rezension

Ich habe bereits den Vorgängerroman der „Heidelbeerfrau“, das „Heidelbeerkind“, geliebt und sehnsüchtig drauf gewartet, dass die Heidelbeerfrau endlich ihren Weg zu mir findet – signiert natürlich. Und ich muss sagen, das Warten hat sich gelohnt! Die Autorin Marion Bischoff, der man auf sozialen Netzwerken als äußerst rührige Dame begegnet, und die parallel zu ihrem zweiten historischen Roman noch eine Anthologie von Weihnachtsgeschichten herausgegeben hat, hat sich in diesem Roman weiterentwickelt und gesteigert.

Sie beschreibt die oberflächlichen Moralvorstellungen dieser Gesellschaft so treffend, in der eine ledige Mutter geächtet wurde, während „ehemalige“ Nazis problemlos wieder in die Gesellschaft aufgenommen wurden, in der Betrug und Schwindel blühten und die Kleinen und Schwachen ausgebeutet wurden. Es sind Detailaufnahmen des „richtigen“ Lebens, die Marion Bischoff geschickt in eine Geschichte verpackt, Detailaufnahmen, die vom Leben geschrieben worden sind. Dass die Autorin sorgfältig recherchiert hat, merkt man nicht nur, wenn man ihre Autorenseite auf Facebook hinunterscrollt, sondern an all den liebevollen Kleinigkeiten, durch die ihre Geschichte lebendig und wahrhaftig wird.

Ihre Protagonisten sind mit viel Liebe entwickelt, reagieren absolut nachvollziehbar und ihre Schicksale gehen jedem ans Herz, der selbst noch mit Oma und Opa über den Krieg und die Zeit danach gesprochen hat – über die Entbehrungen, die Ungerechtigkeit, die Angst vor den Besatzern, die nach dem Ende des Krieges allgegenwärtig war.

Fazit

Wie bereits beim Vorgängerroman habe die Geschichte gelesen und dabei meine Oma vor meinem geistigen Auge gesehen. Ein wunderbares Buch, das mehr ist, als ein bloßer historischer Roman. Es ist ein Stück Zeitgeschichte, verpackt in eine Handlung, die ans Herz geht.

Produktinformation

  • Taschenbuch: 234 Seiten
  • Verlag: Rhein-Mosel-Vlg; Auflage: 1 (23. August 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3898014045
  • ISBN-13: 978-3898014045

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