Didaktik und Methodik in der Theaterpädagogik szenisch – systemisch: Eine Frage der Haltung!?

Autoren: Sandra Anklam, Verena Meyer, Thomas Reyer
Verlag Klett Kallmeyer

Klappentext

„Was will ich konkret in meiner Arbeit?“, „Was ist mein Profil als Theaterpädagog*in?“, „Was denke ich über meine jeweilige Zielgruppe?“

Mal keine typische Methodensammlung für Übungsfetischisten unter den Theaterpädagoge*innen, sondern vielmehr ein Buch, das durch einen durchdachten Aufbau hilft, die eigene Arbeit als Theaterpädagoge*in zu reflektieren.

Das Buch klärt wesentliche Begriffe wie Didaktik, Methodik, Theater und Pädagogik, reflektiert darüber, wie sie in Beziehung stehen und wie daraus ein didaktisches Modell einer systemischen Theaterpädagogik abgeleitet werden kann.

In diesem Buch wird ein Aspekt auch der theaterpädagogischen Ausbildung unter die Lupe genommen, der eigentlich eher zu kurz kommt: die Frage nach der eigenen Haltung.

Worum geht’s?

Es geht um Didaktik und Methodik in der Theaterpädagogik. Gesehen durch die systemische Brille. Das Buch zeigt Möglichkeiten auf wie die innere Haltung des Theaterpädagogen in Bezug auf seine theaterpädagogische Arbeit geschärft werden kann, mit dem Ziel Übungen und Methoden zielgerichtet und reflektiert in der Projektarbeit einzusetzen.

Rezension

Seit einer internationalen Tagung im TPZ Lingen, wo ein deutscher Theaterpädagoge über didaktische Konzepte und Konstruktivismus doziert hatte und ich meistens auf die englische Übersetzung warten musste, um zu verstehen, wovon der gute Mann eigentlich sprach, habe ich um die Theorie im theaterpädagogischen Kontext einen großen Bogen gemacht. Wir Theaterpädagogen sind doch alles Praktiker, wir handeln aus dem Moment heraus, tun intuitiv das Richtige und am Ende sind eh alle zufrieden, habe ich mir gedacht.

Seit ich nun das Buch „Didaktik und Methodik in der Theaterpädagogik“ in die Hände bekommen und in einem Zug durchgelesen habe, schaue ich mit einem neuen Blick auf die Theorie. Und das Buch hält durchaus einige spannende Erkenntnisse parat.

Die schlimmste Erkenntnis ist wohl die: Es gibt keine richtige Methode und es gibt kein Rezept. Schlimm für all jene Theaterpädagogen*innen, welche Kurs an Kurs reihen, um endlich genau die richtige Übung für alle Situationen zu finden, also die sprichwörtliche eierlegende Wollmilchsau. Vielmehr geht es den Autoren*innen darum, aufzuzeigen, dass kompetentes Handeln ohne reflektierte Haltung nicht funktioniert. Erst durch die Haltung bekomme ich das Grundgerüst, auf das ich meine Arbeit in unterschiedlichen Settings aufbauen kann.

Wie kann man so eine Haltung aufbauen, was muss ich mich da fragen?

Z.B.: Theater bedeutet für mich …, Mein Menschenbild …, Meine Rolle als Theaterpädagoge*in …, Meine Beziehung zu den Teilnehmern*innen …, Spiel ist … usw.

Und genau das ist das Wertvolle an diesem Buch: Die Autoren*innen begleiten den Leser/die Leserin auf diesem Prozess, durch Fragen, durch Übungen, durch Nachdenken und Überprüfen.

In diesem Sinne ist es wieder ein praktisches Buch, das ich allen empfehlen kann, die theaterpädagogische Prozesse jeglicher Art anleiten, aber auch für jene, die in der Ausbildung zum Theaterpädagogen*in sind und am Aufbau ihrer Haltung arbeiten.

Auf dass sie nicht die ganze Zeit auf der Suche nach Rezepten sind.

Produktinformation

  • Taschenbuch: 168 Seiten
  • Verlag: Kallmeyer (22. Oktober 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3772712487
  • ISBN-13: 978-3772712487

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