Fanny und wie sie die Welt sieht

Autorin: Alexa Hennig von Lange
Illustratorin: Regina Kehn
Verlag: Thienemann Verlag in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH (13. September 2018)

 

Worum geht’s (Klappentext)

Ein Roman für Kinder ab 10 Jahren über eine zauberhafte Begegnung in einer Zeit, die bunter und turbulenter nicht sein könnte

Nie ist Fanny so gerne in die Schule gegangen wie an diesem Morgen. Denn sie hat ein richtig gutes Referat in der Tasche und brennt darauf, es vorzutragen. Aber warum blickt sie plötzlich in das Gesicht eines fremden Mädchens mit weißer Perücke? Und genau vor ihr ist ein echtes Schloss! Kein Zweifel, sie ist in einer anderen Zeit gelandet. Nicht nur, dass Fanny auf einmal ein Leben bei Hofe führt, sie lernt auch Amadeus kennen. Den Amadeus, von dem sie ihrer Klasse gerade noch erzählen wollte! Was hat das zu bedeuten? Das hat doch alles gar nichts mit ihr zu tun – oder etwa doch?

Rezension:

Ausgewählt hatte ich das Buch des Titels wegen. Da spiele ich manchmal so ein Spiel mit mir selbst und zwar frage ich mich, was für eine Geschichte sich hinter dem Titel verbirgt. Für mich war es ganz klar eine Geschichte eines Mädchens, das die Welt mit ganz anderen Augen betrachtet als andere. Interessant. Meine Erwartungen wurden aber enttäuscht.

Das bedeutet aber nicht, dass sich die jungen Leser (meiner Meinung nach eher 9-10jährige als 12jährige, wie vom Verlag angegeben) mit dieser Geschichte nicht gut unterhalten können. Alexa Hennig von Lange schreibt gut, flüssig und schafft es, ihre Figuren zum Leben zu erwecken. Ein wenig fehlt mir der Tiefgang, denn die Geschichte hätte es ansatzweise drauf, sehr wohl auf Problematiken einzugehen, die für Kinder in diesem Alter eine Rolle spielen: eine hochbegabte Schwester zu haben, während man selbst bloß mittelmäßige Leistungen erbringt etwa. In „Fanny und wie sie die Welt sieht“ werden diese Konflikte nur angedeutet und dann eher unbefriedigend aufgelöst.

Wo es für die Autorin ebenfalls Entwicklungspotential gibt, ist die Recherche. Fanny unternimmt eine Zeitreise und landet in der Zeit von Wolfgang Amadeus Mozart, der plötzlich gleichaltrig mit (Maria) Theresia ist, deren Mutter bloß eine Königin ist usw. Das sind grobe Recherchefehler, denen sogar die jungen Leser/innen auf die Spur kommen, denn zum Beispiel die Geschichte mit dem jungen Wolferl, der der Kaiserin auf den Schoß springt dürften viele Grundschüler/innen kennen. Fanny wird in der Zeit der Wiener Klassik zum ersten Mal in ihrem Leben gesiezt – auch das ist ein Fauxpas. Ein Kinderbuch muss kein Geschichtebuch sein, selbst wenn es um eine Zeitreise geht, aber es sollte auch keine Fehler vermitteln.

Fazit:

„Fanny und wie sie die Welt sieht“ ist Lesefutter für Zehnjährige, die gern auf Zeitreise gehen. Historisch gesehen besteht jedoch Korrekturbedarf.

Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: Thienemann Verlag in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH (13. September 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3522185072
  • ISBN-13: 978-3522185073
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 – 12 Jahre

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