Selbstjustiz – Der zweite Fall für Kommissar Z.

Es ist schwierig etwas über den Inhalt eines Krimis zu schreiben, ohne zu spoilern und spoilern will ich diese wunderbare Geschichte auf gar keinen Fall.

Der sympathische Kommissar Rainer Zufall – ja man darf schmunzeln, er heißt wirklich so – macht im Laufe seiner Ermittlungen auf jeden Fall jede Menge Höhenflüge und Abstürze durch. Sein Kollege fällt aus, seine große Liebe steht unter Mordverdacht und seine Ex, die immerhin so etwas wie seine große Stütze ist, verabschiedet sich nach Amerika. In diesem ganzen Schlamassel soll er jetzt auch noch einen Fall aufklären, der ihn und seine neue Kollegin Britta Papadopoulos lange im Dunkeln tappen lässt. Doch nicht nur ihre Ermittlungsfortschritte werden erzählt, sondern auch aus der Perspektive des Täters wird die Geschichte erzählt. Und so beginnt ein Wettlauf zwischen den beiden Parteien, zwischen dem Herrn im Anzug, der genau weiß, dass er nicht ewig unerkannt bleiben kann und aus ganzem Herzen hofft, dass er sein Werk zu Ende bringen kann und den beiden Kommissaren, die sogar ein bisschen Verständnis für den Täter aufbringen können. Egal wie schrecklich die Taten des Herrn im Anzug sind – und sie werden mit jedem Opfer schrecklicher – auch der Leser wird nicht umhinkönnen, etwas Verständnis für ihn aufbringen zu können. Doch Selbstjustiz ist eben keine Lösung – das betonen die beiden Kommissare mehr als einmal, sodass man das Gefühl hat, der Autor möchte ganz deutlich Stellung beziehen und damit verhindern, dass es etwa Nachahmungstäter gibt.

Roland Blümel schafft es, seinen Charakteren Farbe zu geben. Kommissar Zufall, der nicht gerade Glück mit Frauen hat und nur Apfelschorle trinkt, ist sehr sympathisch ebenso wie seine neue Kollegin Britta, die viele Gesichter hat: einmal die taffe Frau in Ledermontur, dann die südländische Schönheit, die Kommissar Zufall den Atem raubt und schließlich die Trostsuchende, die ihm zu seiner wahren Bestimmung verhilft, dem Frauentröster. Auch der Täter wird nicht eindimensional und schwarzweiß dargestellt, sondern erfährt durch die Abschnitte, die aus seiner Perspektive erzählt werden, Tiefe.

Roland Blümels Erzählstil ist locker und leicht. Er erzählt schnörkellos und gradlinig, ohne Details zu vernachlässigen und so lesen sich die 168 Seiten in einem Rutsch.

Fazit

„Selbstjustiz“ von Roland Blümel hält nicht lange vor. Der Roman liest sich in einem Rutsch, reißt mit und macht Lust auf mehr Kommissar Zufall. Zu empfehlen für alle, die gern Krimis lesen, in denen Blut nicht in Strömen fließt.

Produktinformation

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 1072 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 168 Seiten
  • Verlag: BookRix (4. Mai 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B07CTG8VPT

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