Heidelbeerkind

Bücher über den Zweiten Weltkrieg habe ich viele gelesen: die politischen Wälzer von Ken Follett, Geschichten über verfolgte Juden und Menschen, die für die Gerechtigkeit kämpften, Tagebücher, Augenzeugenberichte, … Aber keines hat mich so in die Welt der „normalen“ Menschen eintauchen lassen wie „Heidelbeerkind“ von Marion Bischoff.

Elise ist eine junge Frau, deren Vater und Verlobter im Kampf gefallen sind. Zusammen mit ihrer Mutter unternimmt sie alles, um ihren Bruder und ihren Großvater durchzubringen. In dem Wissen, dass sie dadurch in Teufels Küche kommen kann, pflegt sie einen verwundeten Deserteur, päppelt ihn auf und teilt das Wenige, das sie hat mit ihm. Mehr soll zu der Geschichte nicht gesagt werden.

Nur so viel: Nicht die Konzentrationslager sind Thema des Buches, selbst Hitler kommt nur am Rande vor. Im Vordergrund stehen die Entbehrungen, welche die Kriegszeit mit sich brachte, der Kampf um die Nahrungsbeschaffung und die kleinen und großen Freuden – zu denen zum Beispiel Bratenduft gehört oder ein Stückchen Heidelbeerkuchen. Trotz aller Sorgen und Nöte, welche die Menschen durchmachen müssen, sind sie doch noch zu großen Gefühlen fähig: zu Mitgefühl für die Not anderer, zu teilen, anderen zu helfen und zur großen Liebe, die natürlich genau da passiert wo sie am wenigsten vermutet und gebraucht wird.

Andere Bücher über den Zweiten Weltkrieg habe ich gelesen, weil die Geschichten packend waren oder ich meine historische Neugier befriedigen konnte. Diese Buch habe ich verschlungen, weil ich darin die Geschichten meiner Oma wiederfand, die Geschichte von den Alltagssorgen und -gefühlen der Menschen, die unter dem Krieg leiden und damit zurechtkommen müssen.

Fazit

Ein wunderschönes Buch mit einem (für mich) offenen Ende – nur gut, dass eine Fortsetzung in Sicht ist!!!!

Produktinformation

  • Taschenbuch: 268 Seiten
  • Verlag: Rhein-Mosel-Vlg; Auflage: 2 (20. März 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3898010910
  • ISBN-13: 978-3898010917

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